Zen Tempel – Horte des japanischen Wesens

Zen ist die japanische Strömung des Buddhismus, die sich aus China kommend im Land der aufgehenden Sonne entwickelte. Das Verständnis und die Erfahrung des Zen ist ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis des japanischen Wesens. Diesem Wesen kommt der Japanreisende bei einem Besuch von einem der in ganz Japan anzutreffenden Zen Tempeln besonders nahe. Hier kann der Besucher nicht nur die Entwicklung und Ausprägung des Zen in den verschiedenen Epochen der abwechslungsreichen japanischen Geschichte nachvollziehen, sondern das Erlebnis der einmalige Atmosphäre eines Zen Tempels gibt auch Inspirationen für die Selbstfindung. Ob man Buddhist ist oder nicht, Orte wie Zen Tempel erlauben es dem Besucher, die gewohnte Welt verlassen und in der ruhigen, von Einfachheit und Meditation geprägten Abgeschiedenheit einer Tempelanlage die übergeordneten Prinzipien des Lebens zu entdecken.

Erste Spuren des Zen Buddhismus finden sich bereits im 7. Jahrhundert, als Dosho, ein buddhistischer Mönchsgelehrter der Asuka Periode der Überlieferung nach ein Gebäude für die Zen Meditation errichtete. Ab dem 12. Jahrhundert nahm der Zen Buddhismus dann einen starken Aufschwung und wurde in allen Teilen Japans heimisch, deshalb findet man heute in allen Teilen Japans interessante Zen Tempel, die einen Besuch wert sind.

Zen Tempel als Spiegel japanischer Kultur und Geschichte

Im Jahre 816 begann Kukai die Geschichte der japanischen Zen Klöster auf dem Berg Koya San, wo sich heute neben dem Mausoleum des berühmten Mönchs Kukai 200.000 Gräber finden, die bis zu 800 Jahre alt sein können. Gräber wirken nicht wie auf vielen Friedhöfen in Europa düster und bedrohlich, sondern auch hier herrscht das Gefühl des Friedens und manchmal sogar eine gewissen Heiterkeit.

Auch in Kyoto hat Kukai Spuren hinterlassen, wo er den Toji Tempel gründete der das Zentrum des Shingon Buddhismus ist. Seine fünfstöckige Pagode ist die höchste Japans und beherbergt unter anderen Reliquien des Buddhas. Die Zeremonie der Waschung der Buddha Figuren gehört zu den Höhepunkten vieler Studienreisen. Im Toji Tempel wird auch Jizo verehrt, der Schutzheilige der Leidenden, der sich besonders um Schwangere und kranke Kinder kümmert.

In der Nara Periode findet zum ersten Mal der Begriff des Zenmeisters Eingang die japanische Sprache. Die Nachfahren der ersten Zenmeister, die noch heute ihren alten Vorbildern nacheifern und die Philosophie und Geschichte des Zen authentisch verkörpern, erlebt der Japanreisende bei einem Besuch eines Zen Tempels. Nara war im 8. Jahrhundert eine der reichsten Städte des asiatischen Kontinents und lag am östliche Ende der Seidenstraße. Der Todaiji Tempel in Nara gehört heutzutage mit seiner 16 Meter hohen Figur des Buddha zu den berühmtesten buddhistischen Anlagen weltweit und stammt aus dem Jahre 752.

Ein Höhepunkt des Zen Einflusses auf die japanische Kultur stellen auch die verschieden Rituale dar, die meditative Richtungen des Zen verkörpern. Unter dem Einfluss des Zen Buddhismus entstanden die so genannten Wege
– der Teezeremonie
– der Schreibkunst
– des Ikebana oder Kado
– des Kriegers
– der Kunst der Gartengestaltung
– des kunstvollen Flötenspiels

Zu den Hochzeiten der Samurai Kultur stand das Bushido, der Weg des Schwertes im Vordergrund. Zen Meister vermittelten Samurai Kriegern Meditationstechniken, um ihre Kampfkraft durch verstärkte Konzentration und Willenskraft zu erhöhen. Der Heirinji Zen Tempel in Niiza in der Präfektur Saitama in der Nähe Tokios hat eine lange Tradition, welche die kulturellen und kriegerischen Einflüsse des Zen besonders verdeutlichen. Die kriegerische Zeiten der japanischen Samurai sind jedoch lange vorbei und heutzutage dient eine Kultstätte wie der Heirinji Zen Tempel wieder der ursprünglichen Lehre Buddhas, die den Tempelbesucher durch Einfachheit, offene Räume und viele Sinneseindrücke berührt.

Fazit

Wer Japan erleben will, findet kaum einen besseren Ort, wo wichtige Wurzeln japanischer Identität besser zu erfahren wären. Hinzu kommt das persönliche Erlebnis, das die Atmosphäre eines Zen Tempels dem Besucher vermittelt. Besonders westliche Besucher berichten immer wieder, dass sie die in einem Zen Tempel gewonnene innere Ruhe bewahren, wenn sie außerhalb der Tempelanlagen wieder mit der Hektik der normalen Welt konfrontiert werden. Auf https://www.studienreisen.de finden sich übrigens zahlreiche Reisearrangements, die Besuche von Zen Tempeln im Programm haben.

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